Sönke Hoof

Designlabor

Am Anfang steht immer eine Inspiration, durch die eine Möglichkeit, oder eine Frage aufgezeigt wird. Inspirationen findet man überall, wenn man mit fragendem Blick durch die Welt geht. Das Labor ist der Ort des Experiments, in dem das Ausprobieren zur Überprüfung von Annahmen das entscheidende Mittel der Erkenntnis ist.
Getrieben von der Faszination für die Phänomene der physikalischen Welt, liefert die offene und spielerische Auseinandersetzung stetig neue Erkenntnisse oder verdeutlicht und veranschaulicht bereits Bekanntes. Experimente sind stets von einer Frage angetrieben. Die Vision, wohin ein Experiment führen mag, entsteht oft erst durch einen unerwarteten Effekt, oder einen Fehler, wenn sich z.B. ein Material sich anders verhält als erwartet.
Der Schlüssel zur Innovation liegt also im Machen und in der genauen Beobachtung der Auswirkungen. Die eigentliche Kunst besteht darin, Wirkungen zu Erkennen, zu verstehen, in ihrer Tauglichkeit einzuordnen, weiter zu entwickeln und in den Alltag zu bringen. Design will angewandt sein. Aber nicht alle Ideen führen direkt zu einer praktischen Nutzung. Design ist für mich nicht begrenzt auf die Optimierung alltäglicher Abläufe.
Ein Entwurf funktioniert immer dann, wenn er Menschen nützlich ist, sie begeistert, erstaunt oder ganz einfach Freude bereitet. Mein Focus reicht daher klar über die Entwicklung von Gebrauchsgegenständen hinaus. Mal soll die pure Faszination vermittelt und erlebbar gemacht werden, mal entsteht ein erstaunliches Objekt, mal ein unerwartet praktischer Gebrauchsgegenstand, mal sind Erkenntnisse Teil von Lehre und Vorträgen, mal mündet das Ergebnis in Workshops, Ausstellungen oder Kunstaktionen, mal untermauern sie Beratungs- und Vortragstätigkeiten.

Meine Handschrift als Designer zeigt sich in den verschiedenen Qualitäten meiner Entwürfe. Als Orientierung sind diese hier in fünf wesentliche Bereiche gegliedert. Überschneidungen sind nicht auszuschließen bzw. unvermeidlich.

 

Laufbahn

Nach einem Grundstudium der anorganischen Chemie, handwerklichen Erfahrungen im Geigenbau und Gitarrenbau sowie einer Lehre zum Polsterer studiert Sönke Hoof von 1998 bis 2004 Produkt-Design an der Kunsthochschule Berlin bei Prof. Helmut Staubach. Von 2004 bis 2006 arbeitet er als freiberuflicher Designer mit den Schwerpunkten Faltung und Verpackung. 2006 gründet er gemeinsam mit Dipl. Ing. Fabian Baumann das Designbüro Baumann&Hoof, das später unter dem Namen Formfjord bekannt wird. In dieser Zusammenarbeit entstehen zahlreiche Entwürfe für internationale Hersteller in den Bereichen Möbel und Leuchten, Industriedesign sowie Küchengeräte und Accessoires. 2014 verlässt Sönke Hoof Formfjord und gründet gemeinsam mit der Innenarchitektin Dipl.Ing. Linda Kortlepel den Raum für Gestaltung in Berlin Oberschöneweide in dem er sein Designlab etabliert.

Lehre

Von 2004 bis 2012 erhält Sönke Hoof immer wieder Lehraufträge an verschiedenen Kunsthochschulen. Im Wintersemester 2012/13 übernimmt er eine Gastprofessur an der Kunsthochschule Berlin und wird anschließend an die Hochschule Hannover berufen, wo er heute als Professor für Entwurfsgrundlagen im Fachgebiet Produktdesign lehrt.

Ausstellungen

— 23D Raumstrukturen abstrakt und angewandt 2016, Raum für Gestaltung Berlin Oberschöneweide
— Lightopia 2013/14, Wanderausstellung des Vitra Design Museum (Weil, Wien, New York, Buenos Aires…)
— Poetry Happens 2011, Prototypenschau beim Fuorisalone/ Lambrate (Mailand)
— Formfjord at Light&Building 2010 (Frankfurt)
— Formfjord at Passagen / imm cologne 2009 (Köln)
— Formfjord at Salone Satellite 2008 (Mailand)
— The Design Annual 2007 (Frankfurt)
— Spazio Rossanan Orlandi 2007: „Selected Pieces“ (Mailand)
— Formfjord at Designmai 2007 (Berlin)
— Formfjord at Salone Satellite 2007 (Mailand)
— Absolventenschau der KHB zum Designmai 2005 (Berlin)
— Strom 2004, Ausstellung der Mart Stam Preisträger im Internationalen Designzentrum (Berlin)
— Schaudusau 1999, Werkschau des Hauses 14 im Kulturzentrum Pfefferberg (Berlin)

Auszeichnungen

— German Design Award 2017 Special Mention: „APP“ Hersteller Serien Lighting
— Design Plus Light&Building 2016: „APP“ Hersteller Serien Lighting
— Iconic Design Award 2016: „APP“ Hersteller Serien Lighting
— Formland Design Award 2011: „Carafe Cleaner“ Hersteller RigTig by Stelton
— Nominierung zum Designpreis der Bundesrepublik 2010: Newcomer „Formfjord“
— Good Design Award 2010: „Aura“ Hersteller Blomus
— Design Plus Ambiente 2008: „Francois“ Hersteller Trendform
— Design Report Award 2007: Special Mention „Formfjord at Salone Sattelite“
— Mart Stam Förderpreis 2006: „Meer Wasser Trinken“ ein Konzept zur Wasseraufbereitung
— Mia Seeger Preis 2005: „Meer Wasser Trinken“ ein Konzept zur Wasseraufbereitung